Digitale Medien an Schulen – wie oft lässt dieses Thema unsere Gemüter im Büro erhitzen? Leider zu oft! Liegt es an den negativen Erfahrungen die unsere Kinder bis jetzt machen mussten oder einfach an unseren Visionen, digitale Medien an Schulen endlich als Standard zu sehen und nicht als Buch mit sieben Sigel. Nun lassen wir die emotionale Sicht mal bei Seite und widmen uns ganz differenziert dem Thema Digitale Medien an Schulen im letzten Teil der Blogserie. Denn schon viel zu lang warten wir auf den Aufschrei von Schülern und Lehrern was dieses Thema betrifft!

group of kids with teacher and tablet pc at school

Wie oft hatte ich als Schulkind den Wunsch verspürt, den „Stoff“ im Matheunterricht besser zu verstehen. Mathe war sicherlich nie mein Lieblingsfach und mein Mathelehrer, der dieses Fach bereits seit Jahrzehnten unterrichtete, war mir auch keine große Stütze. So konnte dieser Lehrer die Aufgaben im Buch bereits auswendig vortragen, ohne eines der eingeschweißten Exemplare auch nur aus seiner Tasche hervorgeholt zu haben. Ja – er kannte jede Seite im Buch in- und auswendig, samt Lösungsschüssel, den er dann vor der Klasse aus dem Gedächtnis fehlerfrei runterbetete. Und was machen nun Schüler in solchen Fällen heutzutage? Sie öffnen zu Hause ihr Mathebuch, das von Treffpunkt Idee digital erweitert wurde und können zu jeder Aufgabe mittels Smartphone oder Tablet ein Tutorialvideo (Erklärvideo) ansehen. Jeder einzelne Rechenschritt wird ins Detail erklärt und man holt sich seinen Lehrer quasi direkt „nach Hause“. Ein Glücksgriff für jeden Schüler gerade mit Lernschwierigkeiten, denn neue digitale Medien machen endlich ein erfolgreiches Lernen zu Hause möglich.

Chancen im Schulunterricht wahrnehmen

Denken wir einfach noch einen Schritt weiter. Welche Vorteile haben digitale Medien, um den Unterricht sinnvoll zu ergänzen? Schüler und Lehrer bekommen beispielsweise im Geschichts- oder Erdkundeunterricht die Möglichkeit virtuelle Exkursionen zu unternehmen. Wie wäre es denn sich die Akropolis in 3D oder auch in Echtgröße 400 v. Chr. ohne große Mühe und Umschweife ansehen zu können. Oder man begibt sich auf die chinesische Mauer, zu den Iguazú Wasserfällen oder direkt ins vergangene Jahrhundert vor die Berliner Mauer? Diese Eindrücke gepaart mit einer interessanten Aufgabenstellung erreichen bei den Schülern mehrere Effekte: ein besseres Aufgabenverständnis, mehr Interesse am Thema und vor allem werden Spaß und Neugierde geweckt. Für den Sprachunterricht sind dank digitaler Medien neue Kommunikationsmöglichkeiten gegeben. Ein verbaler Austausch mit der Partnerklasse in England oder Frankreich wird dank Skype ganz einfach. Die Globalisierung und das Zusammenrücken der Weltgemeinschaft kann nun in den Klassenzimmern mit den einfachsten Mitteln direkt vor Ort stattfinden. Mit Aktionen wie „bring your own device“ (BYOD), kann der Einsatz digitaler Medien zudem schneller vorangetrieben werden. Nahezu alle Schülerinnen- und Schüler in fortführenden Klassen besitzen ein eigenes Smartphone oder Tablet. Durch BYOD und einer klaren Aufgabenstellung können Schüler und Lehrkräfte mit Freude und Engagement den Unterricht aufwerten.

Medienkompetenz vermitteln

Durch den Einsatz von digitalen Medien an Schulen werden Bildungschancen geschaffen, die auch Kinder aus sozial schwächeren Familien wahrnehmen können. Denn mit der ausgewogenen Nutzung dieser, werden Lerninhalte besser und gezielter vermittelt. Neben den Lerninhalten muss auch das essentielle Grundverständnis für digitale Medien gelehrt werden. Stichwort Medienkompetenz. Für das spätere Berufsleben sind digitale Medien in fast allen Sparten nicht mehr wegzudenken!

Hier sollte auch gesagt sein, dass die Erziehung zur Medienkompetenz nicht ausschließlich durch Lehrkräfte erfolgen kann. Auch Eltern müssen ihren Teil dazu leisten!

Die harte Realität

Doch leider steckt die Digitalisierung in Deutschland, gerade im Bildungsbereich, immer noch in den Kinderschuhen. Dank des Förderpakets mit knapp 5 Mrd. Euro vom Bund können endlich Chancen wahrgenommen werden, die all die Jahre auf der Strecke blieben. Dennoch muss die digitale Infrastruktur stark verbessert werden. Neben den oftmals unzureichenden W-LAN Zugängen an Schulen muss auch dringend in das Equipment (PCs, Tablets, digitale Whiteboards etc.) investiert werden, um die entstehenden Chance der digitalen Medien an Schulen gerecht zu werden. Darüber hinaus sollen Lehrer und Schüler digitalen Medien gegenüber aufgeschlossen sein und der Datenschutz darf nicht außer Acht gelassen werden!

Fazit

Mein ganz persönliches Fazit um in einer digitalen, globalisierten Welt leben zu können, und in dieser sind wir mittlerweile angekommen, lautet: die digitale Bildung mit dem Einsatz von neuen Medien an unseren Schulen muss endlich selbstverständlich werden! Wir dürfen uns nicht mit Gegebenen zufriedengeben, müssen neue Techniken kritisch hinterfragen und dürfen dennoch nie die Neugierde und den Wissensdurst verlieren. Die Digitalisierung erfordert nicht nur das Umdenken der Menschen – wir sprechen vielmehr von Akzeptanz, Aufgeschlossenheit und das Wahrnehmen der Chancen, welche digitale Medien in Schulen, als auch in unserem Alltag, mit sich bringen!

 

Erfahren Sie mehr:

Teil 1:

Bedeutung, Chancen und Herausforderungen

Teil 2:

Was Lehrer und Lehramtsstudenten über digitale Medien an Schulen denken

Portrait

Lisa Krüger, Head of the Cool Stuff und Digital Native. Bei Treffpunkt Idee zuständig für PR & Marketing. Zudem ist sie Teil der Mastermind Bloggers und bloggt passioniert über Treffpunkt Idee und aktuelle Projekte.

Kommentare sind geschlossen.