In den letzten Wochen war des öfteren davon zu lesen, dass Ikea seinen diesjährigen Katalog mit Augmented Reality- Inhalten anreichern wird. Dieser Katalog sollte nun in mehreren Millionen auch deutscher Haushalte liegen und dürfte zumindest für eins gesorgt haben: Augmented Reality wird einem grösseren Teil der Bevölkerung ein Begriff. Die Frage ist, ob das in diesem Fall gut ist?
Immerhin hat IKEA es geschafft in der Möbelindustrie ein neues Geschäftsmodell durchzusetzen und (nicht nur) den Deutschen das Möbelbauen beizubringen.

Wenn IKEA uns nun also auch mit Augmented Reality in seinem Katalog vertraut macht, kann das doch nur gut sein, oder?
Der neue IKEA Katalog verbindet die normalen Katalogelemente, also gedruckte Fotos und Texte mit virtuellen Elementen. D.h. man scannt eine Seite ein und erhält weitere Produktvorschläge, in dem man sich auf seinem Smartphone/ Tablet durchs Angebot blättern kann. Zwischendurch gibt es auch mal einen Film.
Es ist eine nette Spielerei, die im Augenblick vielleicht sogar dazu anregt, sich näher mit dem IKEA- Katalog zu beschäftigen. Ein Medienecho, siehe oben, gab es auch und Augmented Reality ist ein Begriff geworden.
Leider ist das Angebot, das IKEA uns bietet aber gar kein richtiges Augmented Reality, auch wenn es die dafür notwendige Technik benutzt.

Warum?

Weil nun zumindest all jene, die bisher mit Augmented Reality noch nicht in Berührung gekommen sind eine falsche, bzw. ernüchterte Vorstellung von Augmented Reality haben werden. Weil sie vielleicht bei der nächsten Anwendung keine Lust mehr haben, sie auszuprobieren, nur weil Augmented Reality draufsteht. Und das obwohl die Technik und vor allem der Nutzen, der mit ihr erzeugt werden kann, erst am Anfang steht.
Nicht umsonst wird Augmented Reality von nahezu jeder Quelle ein starkes Wachstum vorausgesagt:

Obwohl Augmented Reality keine so neue Technik mehr ist, gelingt es Firmen wie eben Ikea noch immer allein durch den Einsatz der Technik kostenlose PR zu erzeugen und den potentiellen Kunden zur Beschäftigung mit dem eigenen Produkt anzuregen.
Je weiter sich die erforderliche Hardware und Software weiterentwickelt und je mehr auch Mainstreamfirmen diese Technik einsetzen, desto mehr muss die neue Technik dem Kunden auch einen tatsächlichen Zusatznutzen bieten, um angenommen zu werden.

Ausblick

Eine tatsächliche Augmented Reality Anwendung, die den Namen auch verdient, zeigt das Modemagazin Cover:


Direkt aus der Anwendung heraus kann man die entsprechende Mode bestellen. Der Zusatznutzen für den Kunden ist – technisch gesprochen – dass er den Blickwinkel der Kamera allein durch die Bewegung mit seinem Smartphone steuern kann. Und das es neu ist. Obwohl sich das nicht nach allzu viel anhört, ist es schon ziemlich cool, allein, weil es sich eben von anderen abhebt.
Wenn man sich ein wenig Zeit lässt und darüber nachdenkt, wie man diese Technik dazu nutzen kann, seinen Kunden einen Zusatznutzen zu bieten, wird man in Zukunft ganz neue Anwendungen sehen, die die Bestandskunden begeistern, PR erzeugen und neue Kunden anziehen.

Ein mögliches Beispiel:

Die Lebensmittelzeitung berichtete in einer der letzten Ausgaben über virtuelle Welten. Darin ging es um QR- Code Shops, die an sich schon eine sehr grosse Innovation der letzen Jahre sind. (Es handelt sich dabei um Werbeplakate, die mit Produkten ähnlich, wie in einem Regal und QR- Codes bedruckt sind. Der Kunde kann mittels Smartphone an diesen Plakaten, die an belebten Orten hängen, einkaufen in dem er die Codes der Produkte einscannt und online bestellt). Wenn man die Leute an solchen QR- Shops beobachtet sieht man, dass sie sehr nahe an das Plakat herangehen müssen, um die einzelnen Produkte zu erwischen. Mittels Augmented Reality kann man ganz entspannt etwas weiter vom Plakat entfernt stehen. Auf dem Smartphone sieht man das Plakat und dreidimensionale Produkte davor, die man mit ganz natürlichen Wischbewegungen näher heranholen, untersuchen und bestellen kann.

2 Responses to “Erreicht Augmented Reality bald eine breite Masse?”

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